Sr. Dagmar

Mein Lebensweg war für mich ziemlich klar: »Ledig bleiben, kein bürgerliches Leben führen und keine Familie gründen.« Mein Traum war, ein freies Leben zu führen und als »Aussteiger« zu leben. Aber Gott hatte einen ganz anderen abenteuerlichen Plan für mein Leben vorbereitet.

Sr. Dagmar

Sr. Dagmar

Jahrgang1962
Eintritt1994
BerufAltenpflegerin
ArbeitsbereichAltenpflegeheim Morija
StandortRödermark

Zuerst möchte ich ein paar Wunder nennen, die Jesus in meinem Leben getan hat:

Jesus ist mir am 17. Januar 1990 persönlich in meiner Wohnung begegnet und ich durfte drei Tage lang seine Gegenwart und seine unfassbare Liebe erleben.

Jesus befreite mich vom jahrelangem Rauchen und vom Okkultismus.

Jesus schenkte mir die Liebe zu alten schwachen Menschen. Jetzt bin ich schon 30 Jahre in der Altenpflege tätig.

Aber jetzt der Reihe nach:

Meine älteren Geschwister Armin, Gabi, mein Zwillingsbruder Phillipp und ich sind in einer Bauernfamilie in einem kleinen Dorf aufgewachsen. Wir lebten in zwei Generationen in einem Haus. Meine Eltern waren traditionelle Christen. Die ganze Familie ist jeden Sonntag in die Kirche gegangen. Damals glaubte ich, dass es einen Gott gibt, mehr nicht. Meine Konfirmation war mir nicht wichtig. Dass es eine persönliche Beziehung zu Jesus gibt wusste ich überhaupt nicht, der Name Jesus war mir fremd. Als Jugendliche war ich viel in Discos oder anderen Tanzveranstaltungen. Nach der Schule wusste ich nicht, was ich beruflich eigentlich machen möchte. Krankenschwester oder Altenpflegerin kamen für mich nicht in Frage. Durch meinen ältesten Bruder bekam ich eine Lehrausbildung als Bürogehilfin. Danach war klar, dass dies für die Zukunft nicht meins ist.

Ich wollte eigentlich als »Aussteiger« leben. Zuvor arbeitete ich 5 Jahre lang in einer Firma, die Kabelsätze für Mercedes Benz herstellten. Eines Tages kam eine Freundin von mir, die auch in der Firma arbeitete, zum »lebendigen Glauben an Jesus«. Sie erzählte nur noch von Jesus, hat evangelisiert und sprudelte voller Freude.

Dadurch erkannte ich, dass ich eine Entscheidung treffen sollte. Meine Ängste waren, ich hätte keine Freiheit mehr und muss vieles zurücklassen. Mein Leben würde sich verändern. Dann betete ich zu Gott, dass er mir ein Zeichen geben soll, wie mein Leben weiter geht. Zwei Wochen später hatte ich einen schweren Autounfall, wobei eine Freundin, die den Wagen steuerte, ums Leben gekommen ist. In dieser schwierigen Zeit, die ich durchleben musste, war ich bereit, mein Leben Jesus zu übergeben.

So lernte ich Sr. Dorothea kennen und habe mit ihr meine Lebensübergabe gemacht. Dann hatte ich 1990 die oben erwähnte Begegnung mit Jesus, der mein ganzes Leben verändert hat. In der Zeitschrift IDEA las ich eine Anzeige, dass eine Missionarsfamilie mit vier Kindern auf Kreta für ein Jahr jemand sucht, der ihre Kinder betreut. Die Missionarsfamilie arbeitete mit Alkohol- oder Drogenabhängigen dort in Griechenland. Ich konnte alles zurücklassen, meine Wohnung, mein Auto und mein Motorrad und begann die Mitarbeit. Bald merkte ich, dass Kinderbetreuung nichts für mich ist, ich kam sehr schnell an meine Grenzen. Nach drei Monaten fuhr ich wieder zurück. Danach führte Gott mich ins Altenpflegeheim Morija zu den CT-Schwestern. Nach einer Woche in der Pflege merkte ich, dass Jesus mir die Liebe zu alten schwachen Menschen geschenkt hat. Ich war begeistert und hatte viel Freude, die alten Menschen zu betreuen und zu pflegen. Nach meiner zweijährigen Altenpflege-Ausbildung und dem Zusammenarbeiten mit den Schwestern im Heim wollte ich in die Schwesternschaft eintreten.

Seit 01.08.1994 lebe ich nun in der Schwesternschaft. Jesus hat mich in die Schwesternschaft berufen und ich bereue keinen einzigen Tag, diese Entscheidung getroffen zu haben.

Am 01.08.94 hat mich Br. Klinge mit dem sog. Bruderschaftsvers aus 1.Johannes 4.16 eingesegnet: »Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.« Dieser Bibelvers ist mein Lieblingsvers, was Br. Klinge nicht wissen konnte. Das war mir die Bestätigung von Gott. Ich darf Jesus jetzt schon 30 Jahre in der Altenarbeit dienen. 27 Jahre war ich auf dem beschützen Wohnbereich (für an Demenz-Erkrankte) und jetzt auf einem offenen Bereich. Ich darf täglich für die Bewohner beten und sie segnen. Auch die Sterbebegleitung ist mein großes Anliegen.

Die Schwesternschaft hat mein Leben sehr geprägt und ist ein großer Reichtum und Segen für mein persönliches Leben. Ich wäre heute nicht das was, ich bin. Die Schwesternschaft ist meine Familie geworden und hat mich durch Höhen und Tiefen hindurchgetragen.

Wir können zusammen feiern und fröhlich sein, lachen und weinen, spielen und wachsen in der Liebe Gottes für-und miteinander in unserem gemeinsamen Leben.

»Jesus ist die Liebe meines Herzens«