Schwester Margrit
Sr. Margrit

Sr. Margrit

Jahrgang1937
Eintritt1964
BerufKrankenschwester
ArbeitsbereichRentnerin
StandortRödermark

Geboren wurde ich im April 1937 in Berneck in der Schweiz. Ich war die Jüngste von vier Schwestern, ein Nachzügler, und hatte es im Vergleich zu ihnen in jeder Hinsicht leichter. Meine Eltern besaßen einen kleinen Bauernhof. Während meine Schwestern fest mithelfen mussten, genoss ich Garten, Tiere und die Natur draußen. Nach einer Haushaltslehre und einem Aufenthalt in der französischen Schweiz begann ich mit 18 Jahren eine Lehre als Köchin und arbeitete danach in diesem Beruf an verschiedenen Orten. Aus Dankbarkeit Gott gegenüber machte ich in einem christlichen Gästehaus ein diakonisches Jahr. In dieser Zeit begegnete mir Gott neu durch einen Film vom Moody Bible Institut mit dem Titel »Verborgene Schätze«. Ich gab Gott mein Leben und wollte ihm nun ganz zur Verfügung stehen.

Meine Mutter hatte mir erzählt, dass sie mich vor meiner Geburt Gott übergeben habe. Sie las mir auch die »Samenkörner« vor, kurze Geschichten über Missionarinnen. Dies weckte in mir den Wunsch, selbst einmal ins Ausland zu gehen um Gott zu dienen. Dieser Wunsch verblasste mit der Zeit, doch jetzt verstärkte er sich wieder und ich bat Gott, mir den Weg zu zeigen.

Für eine Bibelschule hatte ich kein Geld. Mir wurde geraten, noch die Ausbildung als Krankenschwester zu machen. Sehr glücklich arbeitete ich dann in diesem Beruf in der Schweiz, doch wieder rief mich Gott und führte mich zurück in jenes christliche Gästehaus, in dem ich ihm neu begegnet war. Dort lernte ich Sr. Dr. Wanda kennen, die zu Gast war. Sie erzählte mir, dass sie in die Schwesternschaft der Christusträger eintreten und dann nach Pakistan ausreisen wolle, um dort in einem Lepra-Asyl zu arbeiten. So begann ich Gott zu fragen, ob dies auch mein Weg sein könnte. Die Entscheidung, Christusträger-Schwester in Deutschland zu werden, brachte mich in große innere Kämpfe. Viele rieten mir davon ab, doch Gottes Ruf war stärker. Im Oktober 1964 trat ich in die noch junge Schwesternschaft in Bensheim Auerbach ein.

Und dann ging es an verschiedene Orte in Pakistan und später in Indonesien, immer in Gemeinschaft mit anderen Schwestern. Gott hat mein Leben stets beschützt und gesegnet, so dass ich die vielen Dienste an den Kranken oder den Kindern und Witwen mit Freude tun konnte. Mit 65 Jahren kehrte ich zurück nach Deutschland. Jetzt lebe ich in Rödermark und kann mich in unserem Pflegeheim und im Betreuten Wohnen einbringen. Die Schwesternschaft ist beides, eine große Aufgabe zum Lieben und Vergeben, aber auch ein großer Schutz vor Gleichgültigkeit. Wirklich, Gott hat mich den allerbesten Weg geführt. Ihm sei Dank und Ehre. Und meinen Schwestern gilt ein besonderer Dank dafür, dass sie mich getragen, ertragen und geliebt haben.

Wann auch immer der Tag meines Abschied-Nehmens kommen wird, freue ich mich auf den Himmel, auf das ewige Leben, wo es keine Tränen oder Not noch Ungerechtigkeit mehr geben wird. Halleluja.