Rawalpindi, Pakistan
Meine Reise nach Rawalpindi im Oktober 2025

Zwei Wochen lang wollte ich Sr. Annette in Pakistan beistehen, während Sr. Dr. Chris in Deutschland und in Afrika unterwegs war.

Tertiärschwester Melanie

Tertiärschwester Melanie

Die Spannung vorher war schon spürbar groß, denn alles war neu für mich. Aufs Beste gerüstet durch einen Reisesegen stieg ich in Frankfurt ins Flugzeug. Ob ich den für mich unbekannten Fahrer auf dem Flughafen in Islamabad entdecken würde?

Es hat wunderbar geklappt und ich bekam einen ersten Eindruck von dem mir fremden Land. Am folgenden Tag stand ein Klinik-Rundgang auf dem Plan. Für mich als Krankenschwester aus deutschen Verhältnissen war es sehr interessant, mit welch einfachen und doch sehr wirksamen Mitteln gearbeitet wird. Sehr erfreulich, dass Lepra kaum mehr auftritt. Dafür sind hier viele TBC Erkrankte in Behandlung. Als Segen empfand ich, dass die Klinik einen großen Garten besitzt, in dem unter anderem Gemüse angebaut wird. Das kommt den Patienten zu Gute, die sonst kaum die Möglichkeit haben an Vitamine zu kommen.

Der Verkehr ist sehr gewöhnungsbedürftig. Auf den Straßen regiert für mich das Chaos und es hat mich bis zum Schluss gewundert, dass es keine Unfälle gab. Sr. Annette erwies sich als routinierte Fahrerin und ich war sehr froh, dass ich nur Beifahrerin sein durfte. Man kann hier alles erleben, von einem Handkarren aus Holz über bunte LKWs, Motor-Rikschas, Millionen Motorrädern bis zu SUVs. Spannend, was alles auf einem Motorrad transportiert werden kann. Dass es mit 2 Personen besetzt ist, ist eher selten. Oft sind es Familien mit 4 Personen, Männer mit Milchkannen oder auch zwei, die eine Autoscheibe transportieren; es kann einem alles begegnen.

Beschäftigt habe ich mich mit Garten- und Hausarbeiten und mit Spaziergängen im Klinikbereich mit dem jungen Hund Gina. Die Welt vor der Hospitalmauer hat mich nicht dazu bewogen diese allein zu erkunden. Frauen sind eher selten in der Öffentlichkeit und üblicher Weise auch nicht allein dort anzutreffen. Auch die Sprachbarriere (Urdu) war zu groß.

Faisal Moschee

Faisal Moschee

An einem Wochenende hatten Sr. Annette und ich einen Ausflug in die Berge geplant. Leider war das durch Unruhen in der Bevölkerung nicht möglich. Auch dies war eine neue Erfahrung für mich. Die Hauptverkehrsstraßen wurden einfach mit Übersee-Containern abgesperrt. Somit war es für die Bevölkerung nur auf großen Umwegen möglich von A nach B zu kommen und das über vier Tage. Eine andere ungewohnte Erfahrung war, dass es am Tag mehrfach keinen Strom gab und auch das Gas immer wieder abgestellt wurde. Wie gut, dass der Klinikbereich sich autark mit Strom und Wasser versorgen kann.

An einem der letzten Abende zeigte mir Annette noch die Faisal-Moschee. Ein sehr beeindruckendes Bauwerk, in und an dem sich ca. 70 Tausend Gläubige versammeln können.

Dann hieß es Abschied nehmen. Der Rückflug verlief reibungslos.

Was nehme ich von meiner Reise mit? Eine tiefe Demut, wie Gott mich in der Zeit beschützt hat. Und vor allem, dass es nicht selbstverständlich ist, wo man aufwächst und dass ich mit allem Überfluss des Lebens gesegnet bin.

— Sr. Melanie K., Christusträger-Tertiärschwester, 4. November 2025