Mira wuchs im Kinderheim Christopherus (Semarang/Indonesien) auf. Ihre Mutter war gestorben, der Vater hatte wieder geheiratet, und die neue Frau wollte seine Kinder nicht aufziehen.
Mira Reguela, ehemaliges Heimkind in Indonesien
So kam Mira1988 zu uns, und wie alle unserer Kinder wurde sie durch eine Patenschaft des Christusträger-Waisendienstes (CTW) unterstützt. Mira schrieb regelmäßig an ihre Patenfamilie und erhielt auch immer wieder Briefe, die sie sehr ermutigten. Ich übersetzte die Briefe, und so entstand eine Verbindung, obwohl wir uns persönlich nie begegneten. Das Gebet füreinander war auch wichtig. Mira ließ sich als Jugendliche taufen und wählte als Taufnahmen „Reguela – Freundin Gottes“. Miras Patenfamilie unterstützte sie mehr als 15 Jahre, bis sie ihre Ausbildung als Sozialpädagogin abgeschlossen hatte.
Mira und ihre Familie auf Borneo
Mira arbeitete zuerst in einem Heim für mehrfach behinderte Kinder, dann in einem christlichen Kindergarten und absolvierte noch ein Studium in Psychologie. Ich traf sie einmal auf dem Flughafen bei einem Besuch in Indonesien. Dank der sozialen Medien konnten wir in Verbindung bleiben. Sie heiratete und bekam zwei Mädchen. Vor einigen Jahren schrieb sie, dass sie nach Kalimantan (Borneo) ziehen würde. Sie wurde zusammen mit ihrem Mann ausgesandt, um in abgelegenen Dörfern Vorschulkinder zu fördern und ihnen von Jesus zu erzählen. Von der Großstadt Jakarta in eine abgelegene Gegend, wo die Urwalddörfer am Fluss entlang liegen – das war schon eine Herausforderung!
Vorschulkinder und ihre Eltern, Mira 2. von rechts
Im vergangenen Jahr erkundigte sich Mira plötzlich nach ihrer ehemaligen Patenfamilie. Sie wollte sich bei ihnen bedanken. Ich selbst hatte seit Jahrzehnten keinen Kontakt mehr mit ihnen, aber sie sind immer noch Paten für andere Kinder, und das CTW-Büro vermittelte den Kontakt. Mira konnte ihnen Bilder von sich und ihrer Familie und auch ihrer Arbeit schicken. Sie sagte ihnen, wie dankbar sie ist, dass sie durch die Hilfe ihrer Patenfamilie die Chance bekommen hat, eine gute Ausbildung zu machen und sich jetzt auch für benachteiligte Kinder einzusetzen.
Dann ergab es sich, dass ich die Pateneltern persönlich kennenlernen konnte. Sie hatten hier in Künzelsau zu tun und kamen für einen kurzen Besuch bei mir vorbei. Welch eine Freude! Sehr bewegt hat es mich zu erfahren, warum das Ehepaar seinerzeit eine Patenschaft übernommen hat: „Ich war mit meinem ersten Kind schwanger. Eine Nachbarsfrau hat vor mir entbunden, und deren Kind war behindert. Als ich ein gesundes Kind auf die Welt brachte, wollte ich aus Dankbarkeit nun auch für ein Kind sorgen, das nicht so behütet aufwachsen kann wie mein eigens“, erzählte die Frau. Sie hat inzwischen mehrere Kinder und Enkel. Seit 40 Jahren übernimmt das Ehepaar Patenschaften, und jetzt im Rentenalter wollten sie eigentlich damit aufhören. Aber der Kontakt mit Mira hat sie ermutigt, weiter in Kinder zu investieren und ihnen die Chance für ein sinnerfülltes Leben zu geben.
Schenke Zukunft - https://www.waisendienst.de/de/helfen/patenschaft/ -
— Sr. Christine, Künzelsau, 4. November 2026