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„Sie sind doch noch ganz gut im Saft…..“

Dieses Kompliment bekam ich jetzt in der Corona-Zeit, das erste Mal in meinem Leben. Ausgesprochen von einer Frau, Ende 80, in unserem Alten- und Pflegeheim Morija (Hessen). Sie wollte damit sagen, ich könne ruhig noch länger im Heim arbeiten und bräuchte nicht Zuhause rumsitzen… 😊

Sr. Ulrike und Sr. Heidrun

Wie kam es dazu, dass ich meinen erlernten Beruf als Krankenschwester vorübergehend wieder aufnahm?  Als Covid-19 auch uns in unserer Arbeit in Hergershof massiv einschränkte, weil keine Gäste mehr beherbergt werden konnten, hatten unsere Schwestern in Rödermark zeitgleich das Problem, dass durch die Pandemie Personalknappheit herrschte. So kam es, dass Sr. Ulrike (vormals Jujuy) und ich uns von Gott gerufen wussten, im Pflegeheim auszuhelfen.

Zwei Monate (April und Mai) half ich dort auf dem Wohnbereich „Enzian“ in der Pflege und Versorgung der betagten Bewohner*innen aus. Anstrengend war das Arbeiten mit dem Mund-Nasenschutz, erfrischend waren manche Gespräche (über Gott und die Welt) und Begebenheiten mit den betagten Bewohner*innen. Für mich war es schön zu sehen, wie liebe- und respektvoll die Mitarbeiter mit den zum Teil sehr schwachen Bewohnern umgehen und auf ihre jeweiligen Bedürfnisse eingingen.

Auch das Mitleben in der Schwesterngemeinschaft in Waldacker war mir ein Geschenk. Sind wir doch lange schon miteinander auf demselben Weg, sehen uns aber meist nur bei Schwesterntreffen, und das nicht länger als ein Wochenende.

Eine wertvolle Zeit, die ich nicht missen möchte.

Im Juli war ich noch einmal für knapp 3 Wochen zur Aushilfe, weil etliche Mitarbeiter im Urlaub waren. Jetzt bin ich wieder „daheim“ in Hergershof und wir freuen uns, dass wir – mit Corona-bedingten Einschränkungen – Gäste aufnehmen dürfen.

Soweit von Sr. Heidrun

Sr. Sibylle

Für Sr. Sibylle, die Heimleiterin von „Haus Morija“, bringt jeder Tag neue Fragen, Herausforderungen und Entscheidungen. Sie schreibt:

Werft Euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat.     Hebr. 10,35

Das war ein Losungswort am 23.April – der Tag, an dem wir eigentlich unser 30-jähriges Jubiläum für Morija in Rödermark feiern wollten. Der geplante ökumenische Gottesdienst ist der Pandemie zum Opfer gefallen – nicht aber die Tatsache, dass wir unser Vertrauen auf Gott setzen, dass wir aus Seinen Zusagen Kraft und Mut schöpfen, dass wir von seiner Gnade leben Tag für Tag! Seit wir mit der Gefahr des Corona-Virus leben, ist mir das mehr denn je bewusst – in aller Verantwortung, in aller Anspannung, in schwierigen Entscheidungssituationen brauche ich Gottes Rat und Beistand.

Die vergangenen Monate waren eine Berg-und-Talfahrt der Gefühle und kräftezehrend, ein ständiges Überprüfen und Verbessern unserer Schutzmaßnahmen in den verschiedenen Arbeitsabläufen.

Seit Mai können die Angehörigen wieder zu Besuch kommen. Wir haben vier Besuchszonen an den Fenstern, die schön gestaltet und abgeschirmt wurden, um eine gewisse Privatsphäre zu schaffen. Bewohner und Angehörige unterhalten sich mittels eines Babyphons und können sich gleichzeitig sehen. Dies ist für die Mitarbeiter der Pforte, der Pflege und der Sozialen Betreuung zeitaufwendig, aber lohnend – es wird gut angenommen. Auch gibt es die Möglichkeit zum Skypen auf jeder Etage.

Wir sind Gott von Herzen dankbar, dass sich bis heute kein Bewohner infiziert hat. Und wir sind dankbar für unsere engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Und vor allem für die vielen Gebete – wir brauchen sie auch weiterhin.

Sr. Sibylle

Rosen zum Muttertag für die Bewohner in „Morija“ und die Mieter in „Mamre

 

 

 

 

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