Aktuelles

Leben im Schatten des Corona-Virus in Rawalpindi/Pakistan

Sr. Annette
Landwirtschafts-Ingenieurin, in der Verwaltung tätig

Sr. Annette schreibt:

Auch wir leben im Schatten des Corona-Virus und in den letzten zwei Wochen wurden von der Regierung nach und nach verschiedene Maßnahmen zur Bekämpfung der Epidemie eingeführt. Jetzt sind alle Erziehungseinrichtungen geschlossen und öffentliche Veranstaltungen verboten. Mehr und mehr Geschäfte haben geschlossen und nun wurde auch der öffentliche Personentransport eingeschränkt, was dazu führt, dass einige Mitarbeiter nicht zum Dienst kommen können.

Auch hier dürfen keine Gottesdienste (aller Religionen!) stattfinden. Am vergangenen Sonntag haben engagierte Mitglieder unserer Internationen Gemeinde Islamabad einen Internet Gottesdienst organisiert, der auch gut klappte – das wird sicher in den nächsten Wochen so bleiben!

Offiziell sind auch die Ambulanzen in den großen Hospitälern geschlossen, nur die Notaufnahmen sind offen, aber es herrscht Unklarheit, wie streng die Regelungen angewendet werden müssen. Viele Krankenhäuser sind nicht vorbereitet auf diese Ausnahmesituation. Es kommt öfters vor, daß Ärzte und Pfleger sich weigern, auch nur in die Nähe Corona-infizierter Patienten zu gehen, weil sie die nötigen Schutzartikel nicht haben. So hört man immer wieder, dass sich niemand um Menschen kümmert, die Quarantäne oder Behandlung einer Coronavirus-Infektion brauchen. Selbst genügend Essen zu bekommen wird für solche Patienten zum Problem.

Im Rawalpindi Leprosy Hospital können wir Gott sei Dank weitgehend ungestört arbeiten. Die Anzahl der aufgenommenen Patienten ist jedoch höher als sonst, weil der öffentliche Verkehr lahmgelegt ist und eine ambulante Behandlung schwierig ist. Wir haben zur Sicherheit verschiedene zusätzliche Maßnahmen zur Infektionskontrolle eingeführt, die streng überwacht werden. Schwierig ist die Besorgung von ausreichend Desinfektionsmitteln und Gesichtsmasken.

In der Außenarbeit (Lepra-Kontrolle und Blindheits-Verhütung) ist völlig unklar, welche der 22 Mitarbeiter ihre Arbeit machen können und wer nicht. Jeder Distriktgesundheitsbeamte macht offensichtlich seine eigenen Regeln und jeden Tag muss neu geplant werden.

Sr. Dr. Chris
Gynäkologin, Leitung des medizinischen Bereichs

Für die Patienten mit multiresistenter Tuberkulose ist das Corona-Virus eine besondere Gefahr. Die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe hat am Welt-Tuberkulose-Tag am 23. März darauf hingewiesen und u.a. einen Artikel unserer Sr. Chris veröffentlicht:

https://www.dahw.de/unsere-arbeit/presseportal/pressemeldungen/meldung/awaiz-hat-das-leben-wieder-vor-sich-4938.html

Im Gebet sind und bleiben wir verbunden – rund um den Globus.

Sr. Annette mit Sr. Chris und Sr. Sonja

Team aus Rawalpindi
Team aus Rawalpindi

 

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