Wie haben sich unsere Schwestern entschieden?

 

Sr. Lydia  berichtet:

In meiner Familie gibt es seit 3 Generationen Missionare, und zwei Geschwister haben mit mir die Tradition fortgesetzt. Die enge christliche Erziehung im Elternhaus hatte mir allerdings eher das Bild eines strengen GOTTES vermittelt. Auch in dem Realschul-Internat, wohin mich meine Eltern schickten, empfand ich die christlichen Regeln hauptsächlich als moralischen Druck. Weil mein Vater es so wollte, begann ich eine Ausbildung zur Krankenschwester im Diakonie-Krankenhaus in Schwäbisch Hall. Dort hatte ich endlich hatte ich die Chance, mein Leben nach eigenen Maßstäben zu gestalten. Ich genoss diese Freiheit in vollen Zügen, und holte mit einer Mitschülerin in der Freizeit all das an „Spaß“ nach, was mir zuvor verboten war. Dabei hatten wir GOTT bewusst als „Spaßverderber“ aus unsrem Leben ausgeklammert. Wir empfanden auch keinerlei geistliche Bedürfnisse. Eines Abends jedoch, als ich nach Dienst-Ende ins Zimmer kam, traf ich zu meinem großen Erstaunen eine total veränderte Freundin vor. Ich konnte es nicht fassen! Sie sprudelte über vor Freude, weil sie eine tiefe geistliche Erfahrung mit JESUS gemacht hatte. Ihre sichtbare Veränderung war so unglaublich, dass es mich zutiefst beeindruckte. Es musste wirklich etwas Gewaltiges mit ihr passiert sein, das war einfach sehr überzeugend! Insgeheim sehnte ich mich plötzlich auch nach so einer echten, lebendigen Beziehung zu GOTT. Als ich einmal allein im Zimmer war, tat ich Buße über mein Leben ohne GOTT und übergab mich vollkommen IHM mit der Bitte, dass ER Seinen Plan mit mir erfüllt. Dann ging alles sehr schnell: Eine weitere Mitschülerin machte zur selben Zeit ähnliche geistliche Erfahrungen, und so kamen wir zu Dritt überein, als christliche Wohngemeinschaft zusammenzuleben. Von einem Bekannten im Krankenhaus hörten wir von einer Kommunität, die sich „Christusträger“ nannte und einen Lebensstil nach unserem „Traum“ von gemeinsamem Leben führte. Wir schlossen uns der Kommunität der Christusträger an und bezogen ein Haus in der Nähe von Schwäbisch Hall. Die Frage, ob ledig oder nicht, stand für uns drei damals noch nicht zur Debatte. Doch war ich ohne viel darüber nachzudenken sofort bereit in die „Mission zu gehen“, als ich vom Leiter der Schwesternschaft diesbezüglich angefragt wurde. Ich war schon einige Jahre in Indonesien, als ich die Entscheidung traf, GOTT weiterhin im Ledigenstand zu dienen. Ich bin sicher, es war der richtige Entschluss. Sonst hätte ich diesen speziellen Auftrag, den GOTT mir in Tumbang Marikoi gab, nicht so viele Jahre (ich bin seit 38 Jahren in Indonesien) und nicht auf diese Weise erfüllen können.  

 

Sr. Anne              

Schon im Kindergartenalter hat mich die Hingabe einer Nonne an GOTT tief beeindruckt und mich dazu bewegt, IHM das Versprechen zu geben, dass auch mein Leben nur IHM gehören soll. Allerdings vergaß ich das als verliebte Jugendliche. Aber GOTT hatte es offensichtlich nicht vergessen. Im Alter von 21 Jahren erkannte ich durch ein Bibelwort in einer bestimmten Situation den Anspruch JESU, mich IHM als unverheiratete Frau zur Verfügung zu stellen. Erst nach dieser Berufung zum Ledigenstand erinnerte ich mich wieder an jenes Kindheits-Versprechen. Auch der „Drang“ in die „Mission“, der mir als Kind schon ein Herzensanliegen gewesen war, lebte wieder auf. Automatisch stellte sich daher die Frage, wo GOTT mich haben möchte. Durch evangelistische Einsätze einer Musik-Band der Christusträger-Brüder (CTA-Band) kam ich zum ersten Mal mit den Christusträgern in Kontakt und lernte später auch die Schwestern-Gemeinschaft kennen. Innerlich spürte ich, dass GOTT mich in diese Gemeinschaft führen wollte, aber bevor ich 1978 (7 Jahre nach der Berufung zum Ledigsein) schließlich zu diesem „Weg der Selbstverleugnung“ bereit war, hatte ein intensiver Kampf in mir getobt. In der Folgezeit bis heute hat GOTT meine Berufung immer wieder bestätigt. Ich bin froh, diese Berufung, die GOTT mir zugedacht hat, angenommen zu haben, wodurch ich ein erfülltes Leben führen darf.   

 

Sr. Yasna            lebte und arbeitete fast 30 Jahre in Marikoi. Sie starb am 7. Mai 2010 

Groß geworden bin ich in Kalimantan in einem der traditionellen Langhäuser des Rongan-Flusses. Meine Familie gehörte der animistischen Religion (Glaube an Geister) an, trotzdem wurde ich getauft. Doch der animistische Glaube war zu jener Zeit noch tief in unseren Herzen verwurzelt. Im Alter von 10 Jahren wurde ich sehr krank. Keine der Zaubereien half. Als es so schlimm war, dass meine Familie keine Hoffnung mehr für mich hatte, wandte sich mein Vater im Gebet an den GOTT der Christen. Während er mit GOTT sprach, hörte ich einen wunderbar klingenden Chor, der ein Lied sang, das ich noch nie zuvor gehört hatte: „Es ist Kraft in dem Blut JESU“. Nach diesem Erlebnis trat eine sofortige Besserung ein und ich wurde wieder ganz gesund. Während eines Evangelisations-Einsatzes hörte ich, dass das chirurgische Team von Sr. Dr. Elisabeth ein Mädchen für den Haushalt suche. So verließ ich 1975 zusammen mit einer Kusine mein Dorf, um in die Stadt Palangka Raya zu den Schwestern zu gehen. Meine Kusine hielt es nicht lange in der Stadt aus. Ich blieb sechs Jahre. Danach fragte mich eine Schwester, wie ich mir mein weiteres Leben vorstellen würde und ob es ein Weg für mich sein könnte, mich so wie sie als Schwestern ganz GOTT zur Verfügung zu stellen. Diese Anfrage brachte mich ins Nachdenken. Ich verstand zu jener Zeit noch nicht viel von der Bibel, aber als ich an jenem Abend darin las, traf mich ein Wort aus dem Korinther-Brief, in dem der Apostel Paulus darauf hinweist, dass ein lediger Mensch freier für GOTT ist als ein Verheirateter. Und so traf ich in jener Nacht die Entscheidung Schwester zu werden. Zwei Jahre war ich in Semarang/Java, um mit anderen schwesternschaftliches Leben einzuüben. Dort erfuhr ich Befreiung von okkulten Mächten und wurde vorbereitet auf meinen Dienst für die Schwestern hier. Ich weiß, dass GOTT mich zum Dienst im Haushalt berufen hat und freue mich, dass ich mich in dem Gebiet einsetzen kann, in dem GOTT mir spezielle Gaben und Freude dazu gegeben hat.