Argentinien
Begonnen hat unser Einsatz in Argentinien im Chaco in der Provinz Salta. Es war ein Pionierdienst im Buschwald, und dort ist im Laufe der Jahre die Station „El Manantial" entstanden. Diese wird nun von argentinischen Mitarbeitern unter staatlicher Leitung weitergeführt. (Geschichte)
Seit 1978 leben wir als CT-Schwestern in einem Vorort von Jujuy, am Rande der Anden auf 1300 m Höhe, ganz im Norden Argentiniens. Unsere Provinz grenzt an die Länder Bolivien und Chile und ist stark geprägt von der indianischen Kultur. Die Region ist ständig mit großen sozialen und wirtschaftlichen Problemen konfrontiert.
Im Kinderheim „Hogar del Sol" (Haus der Sonne) haben schon viele bedürftige und oft auch behinderte Kinder eine Heimat gefunden haben. In vier Familiengruppen beherbergen wir ca. 28 Waisen und Sozialwaisen, vom Baby bis zum Studenten. Wir wollen die Kinder mit der Liebe Gottes bekannt machen. Sie sollen herzliche Annahme erleben statt Ablehnung und Misshandlung, Geborgenheit und Fürsorge statt Unsicherheit und Angst. In den Kleingruppen lernen sie Verantwortung zu übernehmen, erhalten intensive Förderung und werden so auf ein sinnvolles Leben vorbereitet. Oft ist psychologische oder andere fachliche Betreuung nötig. Manche Kinder werden vom Jugendamt zur Adoption vermittelt, andere bleiben so lange bei uns, bis sie ins Berufsleben einsteigen. Auch einige Hochzeiten wurden schon in und mit der Hogar-Familie gefeiert.
Sr. Barbara hat dieses Heim nach Kinderdorf-Art ab 1979 mit aufgebaut. 1996 kam Sr. Babet dazu, die sich als Krankenschwester vor allem um die kranken und behinderten Kinder kümmert, von denen mehrere große Operationen hinter sich haben. Zu ihren Aufgaben gehört es auch, die argentinischen Hauseltern oder Hausmütter zu führen und zu beraten und den Kontakt mit den verschiedenen Schulen zu halten. Inzwischen hat Sr. Babet die Leitung übernommen, und Sr. Barbara ist im Mai 09 nach Deutschland gezogen. Ende Juni kam Sr. Ulrike, die sich aus der Altenarbeit und der Schwesterngemeinschaft in Rödermark löste, um sich auf die Herausforderungen in Jujuy einzulassen. Sie übernimmt u.a. den administrativen Bereich, der immer umfassender wird.
Aus der vielfältigen Not heraus, mit der wir immer wieder konfrontiert waren, entstand im Jahr 1986 in der Stadt Jujuy die Tagesstätte „Arche Noah" für Kinder lediger Mütter oder sehr bedürftiger Familien. Waren es am Anfang nur Vorschulkinder, sind es inzwischen ca. 110 Kinder im Alter von neun Monaten bis zu zwölf Jahren, die in altersgemäßen Gruppen betreut werden. Sr. Vreni (Erzieherin) stand zuerst Sr. Bärbel zur Seite, die schon lange vorher an verschiedenen Orten in Argentinien Pionierdienst getan hatte, und übernahm später die Leitung der Kita.
Alle Kinder kommen aus einem problematischen Umfeld. Vor der Aufnahme suchen wir die Hütten auf, um ein Bild der Not zu bekommen. Nicht wenige Mütter sind sehr jung und wurden missbraucht, andere haben wechselnde Partner, einige sind schon an AIDS erkrankt. Manche Väter sind im Gefängnis, andere sind Alkohol- oder drogenabhängig und nicht selten gewalttätig. Deshalb begleiten wir die Erwachsenen und die Kinder seelsorgerlich und versuchen ihnen in ihren schwierigen Familien-Situationen ganz praktisch zu helfen. Die vielen Einzelaufgaben, aus denen sich unser recht kunterbunter Alltag zusammensetzt, lassen es uns nie langweilig werden.
Zusammen mit unseren Mitarbeiterinnen bieten wir Bibelkreise an, und auch bei Feiern weisen wir gern auf Jesus hin, den Guten Hirten. Immer wieder nehmen wir die Gelegenheiten wahr, mit Kindern und Müttern zu beten und sie zu segnen. Wir glauben und erfahren, dass Gottes Barmherzigkeit und Liebe nicht Halt macht vor schmutzigen Hütten und chaotischen Familiensituationen
Unsere MitarbeiterInnen sind einheimische Christen aus den verschiedensten Gemeinden Jujuys. Fachkräfte unterstützen uns tatkräftig im Kinderheim sowie in der Tagesstätte.
Der Christusträger-Waisendienst vermittelt die Patenschaften.
[Christusträger-Waisendienst]
Es gibt auch mehrere Gruppen in Deutschland, die sich seit Jahren mit großem Engagement und Kreativität für uns und die Arbeit hier einsetzen.
Wir engagieren uns hier auch in der kleinen Ortsgemeinde Reyes. Freundschaft und Beziehung zu den Menschen, die Gott uns in den Weg gestellt hat, sind uns dabei sehr wichtig.
Sehr dankbar sind wir für unsere Schwesternschaft, dass wir Schönes und Schweres miteinander erleben und alles vor Gott bringen können. Es ist unser Anliegen, dass ER hineinwirken kann in die oft hoffnungslos scheinende Not und Verzweiflung der Menschen und in die traurigen Schicksale vieler unserer Kinder. Wir wollen dazu beitragen, dass die heilende Liebe Jesu ihre Herzen erreicht und ihren Alltag verändert.
