Karachi
Die Hafenstadt Karachi ist ganz im Süden Pakistans am Arabischen Meer gelegen. Sie ist mit ca. 17 Millionen Einwohnern die weltweit größte muslimische Stadt.
Anfang der 60er Jahre kamen die ersten Brüder und Schwestern nach Karachi. (Geschichte) Damals schätzte man die Einwohnerzahl auf 3 Millionen. So rasant wie die Bevölkerungszahl anschwoll, wuchsen auch die mannigfaltigen Probleme in der Stadt: Arbeitslosigkeit, Elendsviertel, hohe Geburtenrate und Analphabetenquote, Drogensucht, Kriminalität. Dazu kommt die schwierige allgemeine Lage des Landes durch die instabile Regierung, Terroranschläge etc.
Die besonders Leidtragenden sind die Kinder. 1969 wurden deshalb mit Hilfe des Christusträger-Waisendienstes e.V. (CTW), einem neu entstandenen Patenschaftswerk unserer Schwesternschaft, die ersten pakistanischen Waisenkinder in einem Haus betreut und zur Schule geschickt. Ein pakistanischer Verein wurde gegründet, um dem Projekt einen rechtlichen Rahmen zu geben.
27 Jahre wirkten Schwestern oder freie Mitarbeiter des CTW segensreich hier in Karachi.
1996 übernahmen wir CT-Schwestern die Leitung dieser im Laufe der Jahre auf drei Heime angewachsenen Waisenarbeit:
• Sr. Dietlinde (Krankenschwester) hatte vorher fast 11 Jahre in der Lepra-Arbeit in Rawalpindi reichlich Erfahrung gesammelt.
• Sr. Dagmar (Lehrerin) kam 1995, um zunächst die Landessprache (Urdu) zu erlernen.
• Als freie Mitarbeiterin setzt sich unsere Tertiärschwester Ruth Maurer (Erzieherin) seit 1986 hier ein,
und im Frühjahr 2009 kam die Sozialpädagogin Therese R. zur Verstärkung.
Nach grundlegendem Sprachstudium soll sie in die Dienste in Karachi hineinwachsen, um so im Laufe des nächsten Jahres Ruth Maurer ablösen zu können, die dann in den wohlverdienten Ruhestand nach Deutschland zurückkehren wird.
Heute leben 95 Kinder in drei Heimen bei uns: eines ist für Jungen und zwei für Mädchen. Die Kinder sind Voll-, Halb- oder auch einige wenige „Sozial-Waisen" im Alter von 4 -22 Jahren. Sie kommen alle aus sehr armen, bedürftigen Christenfamilien. Die Angehörigen (Witwen/r, Großeltern o.ä.) könnten einen regelmäßigen Schulbesuch selbst nicht finanzieren. Die Kinder leben „wie in einer großen Familie" bei uns, jeweils ein älteres kümmert sich um seinen „jüngeren Partner". Sie gehen von unsern Heimen aus tagsüber in Regierungs- oder Privat-Schulen, einige der älteren studieren im College oder machen eine Berufsausbildung. Sie bleiben in der Regel so lange bei uns, bis sie auf eigenen Füßen stehen können. Einige ehemalige Kinder, inzwischen selbst verheiratet, sind uns die treuesten und zuverlässigsten Mitarbeiter.
Neben unseren Heimkindern unterstützen wir noch ca. 30 Witwen/Witwer mit ihren Kindern (insgesamt ca. 70) in deren Wohngebieten, so dass sie dort in die Schule gehen können. Das schließt oft die medizinische Betreuung mit ein, die manchmal sehr langwierig ist, z.B. bei Tb. Einige Kinder sind auch in anderen sozialen Einrichtungen zur Schulausbildung untergebracht und werden dort durch uns finanziert. Auch dieses Projekt der "Familien- und Schulunterstützung" wird durch Patenschaften des CTW finanziert.
Unser Ziel ist es, die Kinder zu mündigen pakistanischen Christen zu erziehen. Sie sollen in der Geborgenheit unserer Heime erleben und erkennen, dass ihr Leben wertvoll ist in Gottes Augen, und dass sie von Gott dem Vater geliebt sind.
