Notfallseelsorger besuchen die Christophorus-Kapelle

Wenn Menschen nach einem Notfall, einem traumatischen Unfall oder einer Katastrophe unter starker seelischer Belastung stehen, helfen ihnen Mitarbeiter des Krisen-Interventions-Teams oder anders bezeichnet Notfallseelsorger.

 

Im Landkreis Schwäbisch Hall gibt es derzeit ca. 60 ausgebildete ehrenamtliche Notfallseelsorger beider Kirchen, dazu gehört auch das Kriseninterventionsteam (KIT) des DRK. Ein vierköpfiges Leitungsteam koordiniert die Arbeit. Michael Spantig aus Gaildorf gehört dazu und ist mit einer großen Zahl seiner Kolleginnen und Kollegen zu einem Besuch in die Autobahnkapelle an der A6 gekommen.

 

Zusammen mit Karin Jeuther aus Blaufelden erzählt er über die Arbeit des KIT: Die Mitarbeiter werden über die Leitstelle alarmiert. Die Einsätze erfolgen immer in Zweierteams, nach 4 Stunden gibt es eine Ablösung. „Es geht um eine erste Hilfe an der Seele!“ erzählt Spantig. „Wir betreuen auch die Rettungskräfte, sind für Angehörige und Zeugen da. Die Mitarbeiter müssen stabil und belastbar sein. Handelt es sich um einen größeren Einsatz wird nachalarmiert. Im Extremfall gibt es Überlandhilfe. Unter Extremfall verstehen wir z.B. eine Massenkarambolage oder einen Amoklauf.“ Er ergänzt: „Wir schicken niemanden einfach so raus, es gibt immer ein Einsatzstichwort: Kannst du gehen? Der Einsatz wird kurz skizziert, dann erfolgt die Entscheidung. Wir erwarten eine ehrliche Antwort des Mitarbeiters über seine Tagesform. Niemand muss einen Einsatz durchstehen. Nach dem Einsatz entlassen wir uns gegenseitig mit einem Feedback, was war gut, was war schlecht?“

 

Von den Christusträger-Schwestern im Hergershof kam das Angebot, die Autobahnkapelle zur Verfügung zu stellen, wenn ein Rückzugsraum erforderlich ist. Denkbar nach einem größeren Unfall mit vielen traumatisierten Menschen. Auch eine Kammer für vertrauliche Gespräche steht bereit. Cordula Eymann, als Sprecherin des KIT ist sehr erfreut: „ Wir sind sehr dankbar für Ihr Angebot, hier ist ein Gebäude mit einem guten Geist, für unsere Arbeit kann es ein wertvoller Ort werden. Wir wollen alle hoffen, dass es wenige Anlässe geben wird, den Raum für Notfälle zu benützen.“

 

Zum Gedankenaustausch steht anschließend ein gemeinsames Picknick auf dem Programm.

 

Auszug aus einem Artikel des HT von Elvira Probst-Lipski

Mit freundlicher Genehmigung des Haller Tagblatts