Huma feiert Hochzeit in Karachi

 „Mitte Oktober hat unsere zuverlässige Mitarbeiterin Huma geheiratet. Huma kam schon mit 5 Jahren in unser Heim. Der Vater war gestorben und kurz darauf hatte die Mutter die Familie verlassen. Sie hat sich nie wieder gemeldet. Die vier Kinder wurden „aufgeteilt“: Der Bruder kam in ein Heim der Heils-Armee, die jüngste Schwester kam bei Verwandten unter, und Huma und später ihre Schwester Jacoline kamen zu uns. Es war in der Zeit, als ich selbst gerade in Karachi anfing. So konnte ich Humas Entwicklung von Anfang an begleiten. Sie war gern bei uns und wuchs langsam in die Verantwortung für die jüngeren Kinder hinein.

 

 Als sie eine Ausbildung in Vorschulerziehung abgeschlossen hatte, arbeitete und wohnte sie die letzten drei Jahre als Tagesmutter in Haus Hanna. Huma hat sich sehr für die Kinder eingesetzt und ihren Dienst in Verantwortung vor Gott getan. Doch mit 28 Jahren wurde es für sie den pakistanischen Verhältnissen entsprechend höchste Zeit, an eine eigene Familie zu denken. Durch ihre Kollegin Cynthia (Nacht-Mitarbeiterin in Haus Hanna) lernte sie deren Bruder kennen. Ihre Familie war einverstanden und so kam es zu Heiratsverhandlungen, bei denen beide Parteien bestimmte kulturell vorgegebene Verbindlichkeiten eingehen müssen...

 

Nun wollte Huma nicht länger warten und bat darum, dass die Hochzeit im Oktober stattfinden könne. Der Termin war für uns eigentlich nicht so günstig, denn die Kinder bereiteten sich gerade auf die Halbjahres-Prüfungen vor. Auch musste schnell ein Ersatz für sie gefunden werden, da sie vom neuen Wohnort aus das Arbeitsverhältnis nicht aufrechterhalten kann. Doch zuerst ging es an die Vorbereitungen des Festes, das mit der ganzen Heimfamilie gefeiert wurde. Zwei Tage vor der Hochzeit fand bei uns das sog. Mehendi-Fest statt, bei der die Braut besonders geschmückt und von der Familie verabschiedet wird. Die Trauung und anschließende Hochzeitsfeier fanden im Wohngebiet der Bräutigam-Familie statt. Huma fiel der Abschied von den Kindern nicht leicht, doch sie ist glücklich, dass sie nun zur Familie ihres Mannes gehört und hoffentlich bald selbst eigene Kinder haben wird.

 

Für uns in Haus Hanna war es ein ganz besonderes Geschenk, dass uns eine fähige, unverheiratete Frau mittleren Alters zur Mitarbeit empfohlen wurde und die Lücke nahtlos ausgefüllt werden konnte. Shahnaz hat eine mehrjährige Bibelschule absolviert und bringt viel Dienst- und Lebenserfahrung mit. Sie ist bewusst Christ und hat ein großes Anliegen für Kinder.“