Neues aus Rawalpindi/Pakistan

„Seit diesem Jahr darf man ohne eine spezielle Lizenz  in der Provinz Punjab nicht mehr medizinisch arbeiten. Eine Kommission der Regierung führt dabei umfassende Überprüfungen der Gesundheits-Einrichtung anhand von über 160 Qualitätskriterien durch. Das fängt bei der Verwaltung an und geht über die medizinischen Bereiche bis hin zu den Gebäuden. So waren wir und die verantwortlichen Mitarbeiter sehr gefordert. Eine große Hilfe war die deutsche Krankenschwester Petra C., die sich bei uns ehrenamtlich im Operationssaal einbringt. Sie hat Dank ihrer Erfahrung mit der Pflegedokumentation in Deutschland den OP-Bereich hervorragend vorbereitet und sämtliche Anforderungen erfüllt. Das Ganze ist eine längere Prozedur, deren Ende noch nicht abzusehen ist.

 

Diese Mehrarbeit hätte eigentlich schon genügt, aber unsere Ärzte hielten uns zusätzlich in Spannung.  Bereits im Frühjahr hatte der verantwortliche Augenarzt gekündigt, weil er auf Dauer nicht weit entfernt von seiner Familie leben wollte. Monatelang suchten wir einen Nachfolger. Es war schwierig, jemanden zu finden, weil er oft in entlegene Gebiete reisen muss. Im Juli kündigte die gut eingearbeitete Assistenzärztin von Dr. Chris, denn ihre Familie zieht ins Ausland. Zur gleichen Zeit wurde die Hautärztin Dr. Sadia schwer krank, sodass sie sich mit traurigem Herzen entschloss, ihre Arbeit bei uns zu beenden.  Dann verschwand im Juli auch noch Hals über Kopf der Augenarzt in Battgram, weil er eine attraktive Weiterbildungsstelle gefunden hatte. Vier Ärzte weniger  - da haben wir schwer geschluckt...

 

Aber Gott hat uns geholfen: Dr. Bushra, eine Freundin von Dr. Sadia, kam als deren sehr kompetente Nachfolgerin. Dr. Iram begann als neue Assistenzärztin im September. Zur gleichen Zeit kam auch der neue Augenarzt Dr. Shahid, er setzt sich engagiert in seinem Bereich ein. Nach monatelangem Suchen hat er endlich einen guten Arzt für die Augenabteilung in Battgram gefunden. Dr. Adnan hat viel praktische Erfahrung im Operieren von Grauem Star. Am 08.12.16 hatte er seinen ersten Tag in Battgram, da standen die Patienten Schlange und er hat gleich 40 Patienten operiert. Soviele Katarakt-Operationen an einem Tag hatten wir noch nie dort. In diesen entlegenen Gebieten sind die Menschen so froh, wenn sie medizinische Hilfe finden können, denn es gibt viel zu wenig kompetente Ärzte. Wir hoffen, dass Dr. Adnan weiterhin so begeistert und gut operiert und den Menschen hilft.

 

Eine große Hilfe und Freude war die Installation eines neuen Generators im Hospital. Der alte ist 25 Jahre alt und brauchte immer mehr große Reparaturen. Eine Gemeinde in Münster, die uns über DAHW unterstützt, wollte ihn finanzieren. Bis zum 3. Advent hatten sie den vollen Betrag einschließlich Transportkosten zusammen. Da kann man nur staunen und danken.

Nun sind wir sicher, dass bei jedem der häufigen Stromausfälle die Arbeit im Hospital weitergehen kann und Sr. Chris nicht im Dunkeln im OP steht. 

 

Ein besonderer Höhepunkt war für uns Schwestern, dass aus „Miss Sonja“, die 2012 aus Deutschland zu uns als freie Mitarbeiterin kam, „Schwester Sonja“ wurde. Ende 2013 hatte sie sich entschlossen, als Anwärterin bei uns Schwestern einzutreten, im Juli diesen Jahres wurde sie während ihres Heimaturlaubs in Hergershof festlich in unsere Gemeinschaft aufgenommen.Wir haben uns aus der Ferne sehr mitgefreut.

 

Von Herzen wünschen wir Ihnen die lebensspendende Kraft und Nähe Jesu für das neue Jahr 2017 und eine tiefe weihnachtliche Freude über das Kommen Jesu in diese Welt.

 

Herzliche Grüße von Ihren Schwestern in Rawalpindi

Sr. Chris, Sr. Annette und Sr. Sonja“